
Niemals hätte ich erwartet, wie schwierig es ist, in Shanghai eine Wohnung zu finden. Vor allem liegt das wohl daran, dass ich selbst noch nie in einer Stadt mit mehr als 700 000 Einwohnern gelebt habe, Dörfer im Vergleich zu dieser Millionenmetropole.
Wer in Shanghai eine Wohnung sucht, steht vor allem vor einem Problem: Wie finde ich dorthin? Ich hatte das große Glück, dass mir eine chinesische Freundin geholfen hat, aber dennoch lief etwas schief. Unsere Treffpunkte waren meistens U-Bahn-Stationen und von dort sind wir durch das Straßengewirr geirrt, mein Kopf oft im Nacken, um die Hochhäuser zu bestaunen. In der U-Bahn ist alles auf Englisch ausgeschildert, die Stationen sind mit lateinischen Buchstaben beschriftet. Doch wer kein Smartphone hat -und dazu zähle ich- kann leicht Stationen verwechseln, weil sie transkripiert nur einen Unterschied in einem Buchstaben aufweisen. Immi, meine chinesische Freundin, schrieb mir per SMS: "Changshu, Linie 7, Exit 7". Exits sind wichitg, weil die Stationen zum Teil so weitläufig sind, dass es nicht nur einen, sondern bis zu 20 Ausgänge an einer Station gibt. Nach 15 Minuten am Exit 7 rief ich Immi, wo sie denn sei. "Ich bin hier, aber ich sehe dich nicht!" Inzwischen drängte auch die Zeit für die Wohnungsbesichtigung und ich lief los, eigentlich nur ein Mal um den Block, um zu sehen, ob Immi an einem anderen Ausgang stand. Fatal, wie sich herausstellte, denn ein Mal um den Block ist in Shanghai sehr weit und schließlich hatte ich mich verlaufen. Als ich schließlich einen Mann mit einem Smartphone traf, erklärte er mir, ich sei circa 15 Kilometer von dem Ort entfernt, wo die Wohnung war. Das konnte doch nicht sein, sagte mir mein Gedächtnis, noch deutlich die Googlemaps-Anzeige vor Augen!
Doch, so war es. Nachdem ich den Metro-Eingang wieder gefunden hatte, nahm ich erleichtert die Linie 7 und stieg nach drei Stationen aus, diesmal Changshu, Exit 7 und viel Immi erleichtert in die Arme. Die Wohnung nahm ich am Ende nicht.
sarah_abroad am 13. März 12
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